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BALLSA: Wenn Rhythmus Bewegung, Lernen und Gemeinschaft verbindet

  • Autorenbild: Daniela Arnold
    Daniela Arnold
  • vor 6 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Ein Ball trifft auf den Boden. Dann ein zweiter. Nach und nach entsteht ein gleichmäßiger Rhythmus. Die Bewegungen werden fließender, die Aufmerksamkeit sammelt sich – und plötzlich sind alle ganz im Tun.

Genau dieser besondere Moment macht BALLSA aus.

Bälle und Säckchen – daraus entstand BALLSA

Die ursprüngliche Idee begegnete mir in Amerika. Daraus entwickelte ich im Laufe der Zeit mein eigenes umfangreiches Programm. Sämtliche Unterlagen, Übungsabfolgen und Hilfsmittel wurden von mir erarbeitet und an die unterschiedlichen Einsatzbereiche angepasst.

Der Name BALLSA steht für Bälle und Säckchen. Denn neben Bällen spielen auch Sandsäckchen – die sogenannten „Sandys“ – eine wichtige Rolle. Mit einem Gewicht von ungefähr 156 Gramm liegen sie deutlich schwerer in der Hand als gewöhnliche Spielsäckchen. Dadurch werden sie gut gespürt und ermöglichen auch Menschen, denen das Fangen eines springenden Balles noch schwerfällt, einen angenehmen Einstieg.

Für die Ballübungen werden Sport-Pet-Highbounce-Bälle mit etwa sechs Zentimetern Durchmesser verwendet. Sie liegen gut in der Hand, besitzen eine angenehme Oberfläche und verfügen über besonders geeignete Sprungeigenschaften.

Es geht nicht um schneller, höher oder besser

BALLSA ist kein Wettbewerb. Es geht nicht darum, wer eine Übung am schnellsten schafft oder die meisten Bälle gleichzeitig beherrscht.

Im Mittelpunkt stehen die gleichmäßige Bewegung und der gemeinsame Rhythmus. Die Übungen beginnen einfach und werden schrittweise erweitert. So kann jede Person auf ihrem eigenen Niveau einsteigen und sich weiterentwickeln.

Der besondere Wert von BALLSA liegt nicht in Geschwindigkeit oder Schwierigkeit, sondern in der stetigen, rhythmischen Wiederholung.

Dadurch eignet sich BALLSA nicht nur für besonders sportliche oder koordinativ geschickte Menschen. Das Programm ist bewusst so aufgebaut, dass viele unterschiedliche Menschen Freude daran haben können.

Wenn das Prellen zum Flow wird

Beim regelmäßigen Aufprellen der Bälle entsteht ein hörbarer Takt. Die Arme finden zunehmend in weiche, fließende Bewegungen. Ähnlich wie beim Trommeln kann sich ein Flow entwickeln: Man hört den Rhythmus, spürt die Bewegung und konzentriert sich ganz auf das gegenwärtige Tun.

Gerade beim Spielen zu zweit oder in einer Gruppe entsteht daraus ein besonderes Gemeinschaftserlebnis. Alle Beteiligten müssen aufeinander achten und sich auf einen gemeinsamen Takt einstellen. Es wird nicht nur gesehen, wann ein Ball kommt. Man hört und spürt den Rhythmus und beginnt, Bewegungen vorauszuahnen.

Das synchrone Spiel kann beruhigend wirken und gleichzeitig eine hohe Aufmerksamkeit erzeugen.

Viele Fähigkeiten greifen ineinander

BALLSA umfasst mehr als 100 Übungen, die alleine, mit einer Partnerperson oder in Gruppen durchgeführt werden können. Dabei werden unterschiedliche Bereiche miteinander verbunden:

  • Auge-Hand-Koordination

  • Rhythmusgefühl und Timing

  • Links-rechts-Koordination

  • Überkreuzen der Körpermittellinie

  • Gleichgewicht und Gesamtkörperkoordination

  • Hören und auditive Aufmerksamkeit

  • selektive Aufmerksamkeit

  • Impulskontrolle

  • Kooperation und soziale Interaktion

Wer einen Ball passend für sein Gegenüber abspielen möchte, muss die eigene Kraft dosieren, das richtige Timing finden und die andere Person im Blick behalten. Der Ball soll weder zu hoch noch zu schnell kommen. So werden Rücksichtnahme und Anpassung ganz selbstverständlich Teil des Spiels.

Lernen im Rhythmus der Bewegung

Rhythmus lässt sich auch mit schulischen Lerninhalten verbinden. Während des Werfens, Fangens oder Prellens können beispielsweise:

  • Einmaleinsreihen gesprochen,

  • Wörter buchstabiert,

  • Silben gegliedert,

  • Betonungen geübt oder

  • Wörter rückwärts buchstabiert werden.

So wird eine Denkaufgabe mit Bewegung, Sprache, Hören und Rhythmus kombiniert. Die Lerninhalte werden nicht nur am Tisch bearbeitet, sondern mit dem ganzen Körper erlebt.

Das macht Kindern häufig großen Spaß. Besonders reizvoll wird es, wenn Eltern mitspielen und feststellen, dass manche Übungen auch für Erwachsene eine echte Herausforderung darstellen. Dann dürfen die Kinder zeigen, was sie bereits können – und erleben ihre Eltern einmal als Mitlernende.

Allein, zu zweit oder gemeinsam in der Gruppe

BALLSA lässt sich sehr flexibel einsetzen: in der Einzelarbeit, mit zwei Personen, in kleinen Gruppen, Schulklassen oder größeren Gemeinschaften.

In der Gruppe spielen Augenkontakt, Rücksichtnahme, Reaktion und nonverbale Verständigung eine wichtige Rolle. Ein gemeinsamer Rhythmus kann Menschen miteinander verbinden, ohne dass viele Worte notwendig sind.

Dabei können einfache Übungen ebenso wertvoll sein wie anspruchsvollere Kombinationen. Nicht die Anzahl der Bälle entscheidet über den Erfolg, sondern die Freude am gemeinsamen rhythmischen Tun.

Bewegung kennt kein Alter

BALLSA eignet sich für alle Altersgruppen ab dem Schulalter. Viele Übungen können im Stehen, im Gehen oder auf einem Balancierbrett durchgeführt werden. Sie lassen sich aber ebenso an individuelle Voraussetzungen anpassen.

Auch das Spielen im Sitzen oder im Rollstuhl ist möglich. Bei meinen Einsätzen im Pflegeheim habe ich erlebt, wie viel Freude die Bälle, Sandsäckchen und gemeinsamen Rhythmen auslösen können. Bewegung wird dadurch nicht als Pflicht erlebt, sondern als spielerische Begegnung.

BALLSA kann generationsübergreifend gespielt werden: von Kindern mit ihren Eltern oder Großeltern ebenso wie von Seniorinnen und Senioren in einer Gruppe.

BALLSA und Neuro‑Vitality

Neuro‑Vitality betrachtet Lernen, Verhalten und Entwicklung nicht isoliert. Sehen, Hören, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung, Bewegung, Aufmerksamkeit und emotionale Regulation beeinflussen einander.

BALLSA macht dieses Zusammenspiel unmittelbar erlebbar. Während die Hände handeln, müssen die Augen verfolgen, die Ohren den Rhythmus erfassen und der Körper seine Bewegungen anpassen. Gleichzeitig entstehen Kontakt, Kooperation und Freude.

BALLSA ist daher weit mehr als Balltraining. Es verbindet Bewegung, Wahrnehmung, Lernen und Gemeinschaft – spielerisch, rhythmisch und ohne Leistungsdruck.

Denn manchmal beginnt Lernen nicht mit einem Arbeitsblatt, sondern mit einem Ball, der im richtigen Rhythmus auf den Boden trifft.


 
 
 

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